Gestern war mal wieder Erkundungstag zusammen mit Familie. Zuerst gings nach Zwickau-Pöhlau, von hier aus Richtung des ehem. "Martin Hoop Schacht IV" und Richtung Schedewitz.
Blick auf Pöhlau vom oberen Abschnitt des Bf
Blick entgegengesetzt, faszinierend für mich die gewaltigen Steigungen!
Dann gings hoch zur Brücke über die Pöhlauer Strasse, die Vegetation ist schon fortgeschritten, meine Beine von Brombeerranken zerkratzt, was man nicht alles im "Erkundungswahn" auf sich nimmt :-) unterwegs begegneten uns viele Schwellenstapel, Weichenteile, Überreste von zu erahnenden, abzweigenden Gleisanlagen...faszinierend diese Kohlebahnen....
Hier nun Schnappschüüse der Brücke über die Pöhlauer Strasse, mit Widerlageremblem, zu erkennen "Seim & Rhede", die Baufirma aus Dresden, die die Strecke einst baute.
auf der Brücke, Blick Schacht
von unten gesehen
Emblem mit Baujahr und "Seim & Rhede", das G M (Gewerkschft Morgenstern, Morgensternschacht I bis IVa, später Martin Hoop I bis IVa), A. Wiede (Inhaber)
Danach gings zurück zum Bf Pöhlau (dabei enstanden obige Ansichten), kurze rast mit Stärkung, dann wollten wir zur eigentlichen Brückenbergbahn, die sich aber unserer Such-Blicke durch starke Vegetation entzog und erst auf dem Rückweg entdeckt wurde. Wir liefen also immer weiter und landeten in einem ehemals riesigen Bahnhof, wo wohl (so meine Überlegungen) die vollen Züge vom Hoop IV abgestellt, ein leerer Zug wieder mit hoch, und ein Rangierdiesel den vollen Zug nach Pöhlau brachte. Ob es so war - keine Ahnung. Auch der Name dieses Bahnhofs ist mir nicht bekannt, vllt kann einer von euch da weiterhelfen.
Blick nach Pöhlau
die Gleise rechts wurden abgeschnitten, die beiden mit den Rs vereinigen sich weiter hinten wieder, wo es mal über ne Brücke ging, die aber auch weg ist, das linke führt noch weiter zu einem kleinen Heizwerk. Außerdem liegt noch ein Gleisrest auf einem Damm, der an einem Prellbock endet und eine Weiche, die wiederum ins Tal führte.
Blick entgegengestzter Richtung über das riesige Areal, man kann glaube ich nicht erahnen, welche Tonnagen hier bewegt wurden. Und wie es der Zufall wollte - wir haben uns grade über den Einsatz der 86 1607 unterhalten, da hallte der lange Pfiff der 50 3616 zu uns herauf.
Das wars erstmal aus Pöhlau und Umgebung, danach gings nach Reichenbach zur "Polenkohle", dazu ein aber ein separater Bericht.
schöne Bilder hast du da gemacht. Ich war letztes Jahr auch mal kurz Pöhlau und habe mir die Sache angeschaut. Ich wollte mir mal die Leistung des dortigen Vereins ansehen. Wenn ich das richtig sehe, ist das Bild 8 im Bereich des Brückenbergschachtes 2 aufgenommen. Das Gleis links dürfte der Anschluß zum Brückenbergschacht 1 (später MLK) sein. Er führte über die Brücke an der Pöhlauer Str. und existiert nicht mehr. Die letzten Bilder zeigen den Anschluß vom Brückenbergschacht 3 später war dort das Heizwerk. 1993 war ich von der MUBA Schönheide aus in der ESTEG in Schedewitz. Der Abbau war schon voll im Gange. Wir hatten dort Laschen für die MUBA geholt. Es war schon beeindruckend was es da für ein Werkbahnnetz gab. Anschließend ging es mit dem SKL nach Pöhlau. Ich könnte mich heute noch in den A... beißen, dass ich damals die Knipse nicht mitgenommen habe.
Danke für die Infos! Ich war ja zum ersten Mal dort gewesen und das Kohlebahnnetz insgesamt mit seinen etwa 45 km spricht für sich. Der Sammelbahnhof Pöhlau würde sich auch gut für eine Fahrzeugschau machen, Platz ist ja reichlich vorhanden, vllt irgendwann mal.
Guten Morgen zusammen. Sorry Swen Du hast Dich verguckt. Bild 8 ist die 1. Weiche zur Gleisharfe Heizkraftwerk, von der Spitze nach rechts stand mal ein einstädiger Lokschuppen mit Eb-profil gerecht andersfarbig gemauerter Rückwand. Da ist mal ein Dampfer durchgefahren. Die große Gleisfläche war wegen des Braunkohlenheizwerkes nötig, wurden doch von dort alle Neubaugebiete in Zwickau beheizt. Maximallast nch Pöhlau war rechnerisch 1950t, da wegen der Steigung von der Mulde zum Bf Pöhlau die 132 (232) eine Grenzlast von 650t hatte und auch nur mit einer Lok nachgeschoben werden durtfte. Ausnahme V100 in Doppeltraktion. Orginal V100 Grenzlast war 250t, 3 beladene Ea. Auf die schnelle noch ein Bild vom Sammelbf Poehlau.- mitte (Bahnhofs)gebäude mit Gleisbildstellwerk in der Obersten Etage. Die 232 steht auf der in den 80igern angelegten Geiserweiterung um auch grenzlastige Züge im Bf unter zu bringen. Übrigens auch 56351,56353,56355 konnten das Ziel Pöhlau haben. Euch noch einen schönen Feiertag, für mich gehts zur Spätschicht ps die restlichen DPOE Bilder müssen erst noch gescannt werden
kleiner Tipp, auf der HP der Stadt Zwickau ist ein sehr guter Stadtplan, besser als bei Google(bei der 2001-er Darstellung sieht mann jede Schwelle). http://80.148.13.206/polymap2.ZwickauGIS/app
das Bf. Pöhlau ist nochmals extra unter Sachsenschiene/Stationen mit vielen Bildern vertreten. Ich finde das ist eine sehr schöne Seite. Schade, dass sie nicht mehr aktualisiert wird.
Ergänzent dazu sei vermerkt, daß die Neutrassierung 1966 das Aus für die Reinsdorfer Strecke war. Vom Bf Schedewitz bis hinter die Aüß. Schneeberger Str. erfolgte die Dammschüttung auf der ehem. Trasse der Reinsdorfer Strecke.
Die Dampfspeicherloks waren allerdings in der Kokerei August Bebel in Schedewitz im Einsatz. Im Bereich der Teererzeugung. Inwieweit dies auch für die bedeutend zeitiger stillgelegte Kokerei Karl Marx Werk zutrifft muß ich passen.
Danke fdlzw . Offenbar hatte man 1988 hier auf einen Abstellgleis an der Brückenbergbahn nicht mehr benötigte Fahrzeuge gesammelt -zwecks Verkauf oder Verschrottung ?
Stimmt, das ursprüngliche Abstellgleis für ausgemusterte Loks war das im Bild 9 linke Gleis. Die Halle am Ende des Gleises ist das letzte Relikt des Heizwerkes aus DDR Zeiten. Das Gleis war allerdings nicht besonders oft genutzt worden und komplett zugewachsen. Der Museumsbahnverei hats erst wieder betriebsbereit gemacht und hat(te) in der Halle Technik hinterstellt. Noch eine Anmerkung zu den betriebinternen Üg Schedewitz- Pöhlau: Zugbildung möglich: Wg+Lok+Wg+Lok+Wg, Wg+Lok+Wg, Lok+Wg+Lok Sah zu Dampfzeiten geil aus, gab es aber auch mit V60 Gruß Jens. Das müßte Dein Abstellgleis sein 1993 Berichtigung, das ist zwischen Sammelbf und Heizwerk.
Danke für eure super Bildzugaben! Man kann sich heute nicht mal annähernd den Betrieb vorstellen! Aber mal ne Frage: kann mir mal jemand, gern auch PN, einen Gleisplan von Pöhlau zukommen lassen? Ich möchte gerne die Brückenbergschachtbahn zumindest virtuell wieder auferstehen lassen. Wer mal von anderen Projekten ne Kostprobe mag, guckt mal in die Galerien bei uns: Bahndirektion Beetzler.
Möchte zu diesen Bildern einiges Sagen. Sie gefallen mir sehr gut,machen mich aber traurig,da ich als ehemaliger Lokführer im Steinkohlenwek "August Bebel" tätig war und die gesammten Gleise sehr gut kenne,war bis 1978 dort beschäftigt. Allerdings ist damals dieser einständige Lokschuppen( darin wurden nur die V15 Diesellok's repariert) durch einen Unfall fast vollständig zerstört worden. Im oberen Sammelgleis,Reinsdorfer Str. ist eine Gruppe abgestellter voll beladener Kohlewagons in's Rollen gekommen und anschließend,noch bevor der Weichenwärter in der Lage war die DKW-Weiche auf Schutz zu stellen,talwerts in Richtung Stellwerk, unteres Sammelgleis (Bf Pöhlau)gerollt. Dort stand noch die Dampflok,welche den Zug gerade abgestellt hatte. Die Wagen prallten auf die Lok und schoben sie weiter in Richtung Lokschuppen. Eine Gleissperre vor dem Schuppen brachte die Dampflok zum entgleisen,das hatte aber nur zur Folge,wegen der hohen Geschwindigkeit,das die Lok neben dem Gleis in den Lokschuppen geschoben wurde und dann in den Arbeitskanal einbrach. Erst hier kam das ganze Fuhrwerk zum stehen. Die darin befindlichen 2 Diesellok's wurden durch das Ersatzteillager,welches sich an der Rückwand befand,ins Freihe geschoben,dabei wurde die Dampfleitung für die Schachtanlage zerstört und es konnten an den nächsten Tagen keine Kumpel's einfahren. Das einzigst Gute war,es kamen keine Menschen zu Schaden.
Mit freundlichen Grüßen Winnie
PS: Bin erst seit gestern hier neuer User und freue mich dieses Forum endeckt zu haben
Hallo Winnie Wilkommen im Club! Und gleich mal ne Frage. Ist eigentlich die doppelte Spitzkehre vom Sammelbf zum IV-Schacht mal ersetzt worden? Das man vom Sammelbf zum IV Schacht 2 mal Kopf machen mußte ist im "Kohlenbahnbuch" nicht erwäht, was mich stutzig gemacht hat , da es ja eine Besonderheit war. Außerdem war eine Lageskizze abgedruckt nach der Züge zum IV-Schacht Richtung Lokschuppen hätten vorziehen müssen und dann mit einmal Kopf machen zum IV-Schacht fahren konnten. Gruß Jens.
Hallo fdldzw ! Danke für die freundliche Aufnahme im "Club" ! Ich neheme an, Du meinst jetzt Martin Hoop SchachtIV.In der Zeit als ich noch gefahren bin,wurden die Lasten im unteren Sammelgleis (Bf Pöhlau) zusammengestellt und dann zum oberen Sammelgleis gedrückt. Von dort wurde dann zurückgezogen in das Stumpfgleis,bis die Weiche frei und der Zug hinter dem Ausfahrtsignal stand. Von da aus wurde dann bis zum IVer Schacht der Zug weitergedrückt.Die Spitze war durch den Rangierleiter besetzt. Die max Last bei Bergfahrt betrug 300t. Soweit ich nun weiß,wurde später das Stumpfgleis vom oberen Sammelgleis aus mit einer Rampe versehen und somit enfiel dann das hin und herfahren,man konnte also gleich vom unteren Sammelgleis nach Martin Hoop IV fahren.Ob dann später die Züge gezogen wurden,entzieht sich meiner Kenntnis. Hätte da noch was zu den Fotos 9,10 und 11. Auf diesem Gelände befand sich kein Bahnhof,sondern nur die Gleisanlage für die Kohlegleise des Heizkraftwerkes,dort wurde die Kohle für das Kraftwerk auf Halde gelagert. Die Ferndampfversorgung vom Kraftwerk aus bezog sich nur auf Neuplanitz, Martin Hoop IV belieferte das Neubaugebiet Eckersbach. Der größte Teil der Kohle vom IVer Schacht,wurde nach Schedewitz gefahren in die Kokerei und auch zur Kokerei Karl Marx auf dem Brückenberg. Ich hoffe ,daß ich Dir helfen konnte,solltest Du noch Fragen haben,dann lasse es mich wissen,versuche sie zu beantworten. Mit freudlichen Grüßen Winnie
PS: Was ist eigendlich mit der Zugbildung zwischen Schedewitz und Pöhlau gemeint ? Wagen+Lok+Wagen+Lok+Wagen ????, Die Züge von Schedewitz wurden bis Stellwerk IV Hbf Zwickau,glaube ich,geschoben und dann bis Pöhlau gezogen.Kann mich nicht entsinnen ,das zwischen den Wagons noch ne Lok fuhr.
Hallo Gut, das war weiter in die Vergangenheit gegriffen. Muldendamm war ein belibter "Spielplatz" - hinterdem Betriebsteil der Lampenfabrik,auch als Rodelhang geeignet, und damals waren noch kleine Tenderloks im Einsatz. Naja, schon immer Eisenbahnverrückt. Kopf machen: Genau das meinte ich, mit dem doppelten Kopf machen, das kommt nämlich im Buch nicht so rüber bzw wird nicht gesondert erwähnt. Gruß Jens
Hier nun mal einige Fotos aus alten Zeiten als die Kohlenzüge noch rollten, von Martin Hoop nach Pöhlau und weiter. Das Gleisbildstellwerk auf Matin Hoop IV ,mein damaliger Rangierleiter, die Diesellok Nr.19 vom Stellwerk (VIer Schacht) herunter aufgenommen, und ein Foto von mir auf der Lok, im Bahnhof Pöhlau am Stellwerk.
MfG Winnie
PS: Zum vergrößern bitte auf die Fotos klicken.
Winnie
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Einen schönen Sonntag Nachmittag wünsch ich allen !
Habe für Interessierte noch zwei Fotos vom Sammelgleis Pöhlau und einigen Lok's vorm Lokschuppen.Diese Fotos stammen aus einem Buch zur "Betriebsgeschichte des VEB Steinkohlenwerk Karl Marx von 1859-1959"
Die Qualität der Fotos bitte ich zu entschuldigen,besser konnte ich sie nicht aus dem Buch herausscannen.Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Man kann sehr schön die die Steigungen,die zu bewältigen waren(rechts auf dem Foto)erkennen.
MfG Winnie
Winnie
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Ne ne Mirko Das war ne betriebsinterne Jubiläumsausgabe. Hatte das Buch zu DDR Zeiten im Antiquariat selbst in der Hand und heute ärgerts einen das ich es nicht mitgenommen habe. (mehr DPOE unter "aktuell + historisch)
fuhr im Jahr 2000 wenn meine Gedächtnis richtig arbeitet. Als die Chemnitzer mit der 50 3648 3x V60 und 4x V15 abholten.
Im Anhang mal 2 Bilder.
Gruß Thomas
BR 232 Fan
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